Lapmaster Wolters Beschäftigte bei Lapmaster Wolters fordern Tarifvertrag und Aufnahme von Verhandlungen

Die IG Metall Rendsburg hat die Geschäftsführung der Lapmaster Wolters GmbH zu Tarifverhandlungen aufgefordert. Die Beschäftigten fordern ein gerechtes Entgeltsystem, faire Industrielöhne und eine Beschäftigungssicherung.

TarifbewegungLapmasterWolters


Die IG Metall Rendsburg hat die Geschäftsführung der Lapmaster Wolters GmbH zu Tarifverhandlungen aufgefordert. Dazu Martin Bitter, Geschäftsführer der IG Metall Rendsburg: „Ein Weltmarktführer im Bereich der Poliermaschinen sollte seiner Belegschaft auch wettbewerbsfähige Industrielöhne zahlen. Die Beschäftigten sehen dringenden Handlungsbedarf und fordern tarifliche Regelungen, damit Lapmaster Wolters als Arbeitgeber attraktiv bleibt.“  

In einer umfassenden Befragung hatten die Beschäftigten von Lapmaster Wolters Themen identifiziert, die sie tariflich verändert oder gesichert sehen wollen. Die betriebliche Tarifkommission hat im Anschluss Tarifforderungen beschlossen und die IG Metall diese am 16.03. an den Arbeitgeber übermittelt. Dazu gehört die Einführung eines gerechten Entgeltsystems, das gleiche Arbeit gleich entlohnt. Auch regelmäßige Entgelterhöhungen, eine Beschäftigungssicherung und eine zusätzliche Sonderzahlung mit der Möglichkeit, zwischen Geld und freien Tagen zu wählen, zählen zur Tarifforderung.  

„Die Tarifbewegung der Beschäftigten von Lapmaster Wolters hat in den letzten Monaten an Fahrt aufgenommen. Sie haben sich organisiert, um ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern, gerade weil ihnen ihre Arbeit am Herzen liegt. Diese Loyalität sollte nun seitens des Arbeitgebers mit einem Schritt an den Verhandlungstisch gewürdigt werden“, ergänzt Martin Bitter. Denn während in tarifgebundenen Industriebetrieben der Metall- und Elektroindustrie die 35-Stunden-Woche gilt, wird bei Lapmaster Wolters 40 Stunden die Woche gearbeitet. Die Löhne liegen zudem etwa 20 Prozent unter dem Niveau des Flächentarifvertrags.   

Die 435 Beschäftigten der Lapmaster Wolters GmbH stellen Polier-, Schleif-, Läppmaschinen und Drahtsägen her, die zum Beispiel im Halbleiterbereich oder der Automobilindustrie zur hochpräzisen Bearbeitung verwendet werden. Im Jahr 2024 erwirtschaftete das Unternehmen, hinter dem unter anderem eine US-amerikanische Holding steckt, einen Umsatz von 268 Millionen Euro.