Lapmaster Wolters Beschäftigte stehen geschlossen hinter ihrer Tarifforderung

Bei der aktiven Mittagspause vor dem Betrieb haben Betriebsrat, Vertrauensleute und Beschäftigte klar gemacht, dass an ihrer Tarifforderung nicht zu rütteln ist. Die Geschäftsführung hatte zuvor in einem Brief Verhandlungen abgelehnt.

Wolters


So leer wie während der Aktion wird es im Betrieb selten gewesen sein. Dafür war es draußen rot, laut und entschlossen. Ganz klar: Mit einem einfachen „Nein“ lassen wir uns nicht abspeisen und werden neue Verhandlungstermine übermitteln.

Die Forderungen sind ebenfalls klar: Die Einführung eines gerechten Entgeltsystems, das gleiche Arbeit gleich entlohnt, regelmäßige Entgelterhöhungen, eine Beschäftigungssicherung und eine zusätzliche Sonderzahlung mit der Möglichkeit, zwischen Geld und freien Tagen zu wählen. Das hat die gewählte betriebliche Tarifkommission nach intensiven Beratungen einstimmig beschlossen.

Unterstützung vor Ort gab es vom Landtagsabgeordneten Kai Dolgner und von den Ortsvorständen Frank Lindner (LESER Hohenwestedt) und Sönke Thiedemann (Hobby Wohnwagenwerk Fockbek). Dafür herzlichen Dank!

Die 435 Beschäftigten der Lapmaster Wolters GmbH stellen Polier-, Schleif-, Läppmaschinen und Drahtsägen her, die zum Beispiel im Halbleiterbereich oder der Automobilindustrie zur hochpräzisen Bearbeitung verwendet werden. Im Jahr 2024 erwirtschaftete das Unternehmen, hinter dem unter anderem eine US-amerikanische Holding steckt, einen Umsatz von 268 Millionen Euro und einen Gewinn von über 30 Millionen. Während in tarifgebundenen Industriebetrieben der Metall- und Elektroindustrie die 35-Stunden-Woche gilt, wird bei Lapmaster Wolters 40 Stunden die Woche gearbeitet. Die Löhne liegen zudem etwa 20 Prozent unter dem Niveau des Flächentarifvertrags.